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Montag, 18. Oktober 2021

Wie man Betonböden dauerhaft beschichtet

In Kellern und Garagen liegt in der Regel Estrich, ein glatter, harter Unterboden, der hierzulande meist aus Beton besteht, also aus Zement, Sand und...
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    Wie im Schlaraffenland

    Wovon haben wir bloß geredet, bevor das englische Wort „event“ heimisch wurde! Früher war eine Kirmes eine Kirmes, jetzt ist sie ein Event. Ein Konzert war ein Konzert, ein Bundesligaspiel war ein Bundesligaspiel, und ein Discobesuch war ein Discobesuch. Nun sind Events draus geworden.

    Tatsache ist, die Deutschen geben sehr gern sehr viel Geld für Events aus. Auf der Anna-Kirmes in Düren, eines der größten Volksfeste in Deutschland, das jedes Jahr Ende Juli/Anfang August über die Bühne geht, lässt jeder Besucher statistisch 45,37 Euro. Nicht viel? Für eine vierköpfige Familie macht so ein Kirmesbesuch mal eben 181,48 Euro.

    Überhaupt sind Volksfeste – wie das Münchner Oktoberfest, die Cannstatter Wasen in Stuttgart oder eben die Anna-Kirmes in Düren – die absoluten Event-Könige in Deutschland. Hier werden insgesamt 7,7 Milliarden Euro im Jahr umgesetzt. Das ist sieben Mal mehr als in einem anderen stark beachteten Event-Sektor, dem Bereich der Clubs, Bars und Discotheken.

    Davon existieren immerhin 4051 im ganzen Land, und glaubt man den Statistiken, dienen sie besonders den 18- bis 35-Jährigen zwei Mal in der Woche als Eventspielwiese. Aber mehr als 31 Euro pro Nacht gibt der Deutsche in Bars und Diskos nicht aus, darin enthalten der Eintritt.

    Mit einigem Abstand auf die populären Volksfeste folgt der kulturell renommiertere Eventbereich Theater & Konzerte mit einem Jahresumsatz von 4,8 Milliarden Euro vor den Fitnessstudios (4 Milliarden) sowie Kinos und Spielbanken mit jeweils 1,5 Milliarden.

    Event bedeutet: Es darf Geld ausgegeben werden. Die Faustformel lautet: Je eventiger, desto attraktiver, desto teurer.

    Und so bleibt das Event nicht auf Veranstaltungen begrenzt. Längst hat die Werbung das schlichte Einkaufen zum Event verklärt. Das Shopping-Event übertrifft alle anderen Eventbereiche an Geldwert und im Einzelfall wohl auch an Intensität. Von der schnöden Notwendigkeit wurde das Einkaufen in den Stand eines Ereignisses erhoben und die Schnäppchenjagd zum Volkssport mit persönlichen Siegen und Niederlagen.

    Während sich Kulturkritiker noch am vermeintlichen Konsumwahn der Adventszeit abarbeiten, hat sich der US-Import „Black Friday“ zu einem Groß-Event ganz eigener Art entwickelt. Ende November ist es soweit, jedes Jahr mit steigender Intensität: Online-Shops und Händler buhlen mit mehr oder weniger stark reduzierten Preisen um die Gunst des Kunden, der sich wie in einem Event-Schlaraffenland fühlen soll, auf dass er den Offerten mit Kusshand erliege. Laut einer Studie, die der Online-Marktplatz Groupon in Auftrag gegeben hat, nutzen inzwischen 73 Prozent der Deutschen den Black Friday für Aktionskäufe.

    Was wird gekauft? Am gefragtesten sind Elektro-Produkte (65 Prozent), vor Mode/Accessoires (53 Prozent) und Haushaltsgeräten mit 42 Prozent. Nach Event im Sinne von Ereignis klingt das eigentlich nicht. Aber egal, der Preis macht die Musik, und am Ende ist es irgendwie Event geworden.

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